Leben im Flüchtlingslager Samos: Gezwungen, die Gesetze zu brechen

Karam I. (27) kommt aus Gaza, Palästina. Seit knapp einem Jahr lebt er auf der griechischen Insel Samos. Dort leben nach offiziellen Angaben knapp 5300 Menschen, das überfüllte Flüchtlingslager war ursprünglich nur für knapp 600 eingerichtet worden. Weil er keinen Platz mehr im Lager bekam, lebte er eine Zeit lang in einem Zelt im sogenannten „Dschungel“, einen Slum rund um das Flüchtlingslager herum zwischen Müllbergen und Ratten. Als er das nicht mehr aushalten konnte, beschloss er, sich stattdessen eine Holzhütte mit Zementboden zu bauen. Er war schon inmitten der Umsetzung, als ihm sein Vorhaben aus Umweltschutzgründen versagt wurde. Karam I. braute die Hütte trotzdem. Ein Gesprächsprotokoll über die Zustände in Samos/Griechenland.

Arme Künstler: Über das gestörte Verhältnis zu der Wertigkeit von Medien und Kultur

Die Idealisierung von Armut ist in der Kulturbranche weit ausgeprägt: Noch immer herrscht das romantisierte Bild des Freischaffenden, der im Stillen vor sich hin kritzelt, malt, schafft und von Luft und Liebe lebt. Viele Künstler*innen leben unter der Armutsgrenze, ihre Leistungen werden nicht als Arbeit anerkannt. Das alles wirft die Frage auf: Was ist uns Kunst als Gesellschaft wert?

Gastbeitrag: Über Wut im Bauch, Wut auf der Straße.

Über die Autorin Lea Rösner, geb. 1995 hat in Dresden Internationale Beziehungen (B.A.) studiert. Als ich zum Herbst 2015 zum Studium von Hessen nach Sachsen gezogen bin, war Dresden schon PEGIDA-Hochburg. Gerade angekommen feierte PEGIDA einjährigen Geburtstag und ich bekam zum ersten Mal mit, was es heißt, Auge in Auge mit einem aggressiven Nazi zu„Gastbeitrag: Über Wut im Bauch, Wut auf der Straße.“ weiterlesen

Kolumne zum Jahresabschluss: Die Das-war-es-noch-nicht-das-kann-es-doch-nicht-gewesen-sein-Melancholie

Ich mag es nicht, wenn das Jahr endet. Im Laufe des Dezembers schleicht sich diese gewisse Melancholie an, die ihren Höhepunkt zwischen den sogenannten Jahren findet. Sie hängt dann über den frostgefrorenen Dächern der Stadt, in jedem eisigen Atemzug, an jedem beschlagenen Autofenster und zwischen den noch nicht abgehängten Lichterketten am Weihnachtsbaum.

Kommentar: Leichte Sprache ist dazu da, um auch diejenigen zu erreichen, die keine Oberstudienräte sind

Susanne Gatschke von der WELT beschwert sich in einem Beitrag, dass eine neue Ausgabe der Wochenzeitung „Das Parlament“, die nun auch in leichter Sprache erschienen ist und sich mit der Arbeit des Deutschen Bundestages befasst, „herablassend und dumm“ sei, weil sie vermeintlich nicht in leichter Sprache, sondern dumm geschrieben ist. Recherchezeiten kommen immer mehr für„Kommentar: Leichte Sprache ist dazu da, um auch diejenigen zu erreichen, die keine Oberstudienräte sind“ weiterlesen

Kommentar: ‘I am German when we win, but I’m an immigrant when we lose’

Dieser Beitrag wurde in leicht abgewandelter Form veröffentlicht bei Orange by Handelsblatt. Es ist immer wieder das Gefühl, es beweisen zu müssen. Das Sein genügt nicht, schließlich zeigt deine dunkle Haarfarbe, du kannst keine echte Deutsche sein. Du bist einfach anders, kannst tun, was du willst, dein Name klingt nicht Deutsch, also bist du es„Kommentar: ‘I am German when we win, but I’m an immigrant when we lose’“ weiterlesen